Arbeitsunfälle

Ein Arbeitsunfall liegt vor, wenn dieser bei einer rechtlich versicherten Tätigkeit geschieht. Die Grundlage hierfür findet sich im Sozialgesetzbuch (SGB) VII. Dabei ist nicht nur ein Unfall bei der Arbeit selbst, sondern auch auf dem Weg von und zu dieser versichert ("Wegeunfall"). Auch Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind dabei von der gesetzlichen Unfallversicherung abgedeckt.

Versicherungsträger sind dabei die Berufsgenossenschaften, die Unfallkassen des Bundes und der Länder und die Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften.

Oftmals wird bei Arbeitsunfällen von einem "§6- Verfahren" gesprochen- was dem heutigen "Verletztenartenverzeichnis" entspricht. Hierbei sind Erkrankungen und Verletzungen aufgeführt, die aufgrund der Schwere oder der komplexen Nachbehandlung nur von entsprechend ausgebildeten Ärzten und qualifizierten Einrichtungen behandelt werden dürfen. Unsere Klinik ist von den Berufsgenossenschaften zur Behandlung solcher Fälle zugelassen.

Die Behandlung hat durch einen Durchgangsarzt ("D-Arzt") zu erfolgen, wenn die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich mehr als eine Woche beträgt. Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt hat auch dann zu erfolgen, wenn nach Auffassung des behandelnden Arztes die Verordnung von Heilmitteln (z.B. Gehhilfen, Schienen) erforderlich ist. Bei Wiedererkrankung ist in jedem Fall eine Vorstellung erforderlich. Der Unfallverletzte hat grundsätzlich die freie Wahl unter den Durchgangsärzten.

Die meisten Unfälle (~80%) unterliegen einer "allgemeine Heilbehandlung", dies ist in der Regel bei minderschweren Verletzungen der Fall. Bei der "besonderen Heilbehandlung" liegen komplexere Verletzungsfolgen vor, die durch entsprechene Fachkenntnis behandelt werden sollte. Zeigt es sich, dass die Verletzung schwerer ist oder die Nachbehandlung komplizierter ist, so wird die allgemeine Heilbehandlung in eine besondere Heilbehandlung überführt.

In Zusammenarbeit mit der Bau- Berufsgenossenschaft Nürnberg wurde eine spezielle "Bau-BG-Sprechstunde" eingerichtet, in der monatlich besonders komplexe Fälle unter Einbeziehung eines Berufshelfers der Bau- BG behandelt werden. Dies ist insbesondere für die Patienten von Vorteil, da der Verwaltungsaufwand und der Schriftverkehr deutlich verringert werden.

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