Deutsch
English
Русский

Traumanetzwerk Nordbayern-Würzburg

In Deutschland werden jählich über 30.000 Patienten bei Unfällen schwer- und schwerstverletzt - es ist die führende Todesursache der unter 44-jährigen Bevölkerung. Die Behandlung dieser Patienten ist für alle Beteiligten- vom Rettungsdienst über die klinische Versorgung bis hin zur Rehabilitation- eine Herausforderung. Die Kosten für Ausbehandlung eines einzelnen Patienten liegen bei bis zu € 250.000.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie hat die Initiative TRAUMANetzwerk ins Leben gerufen, um die Behandlung von Schwerverletzten in Deutschland zu verbessern.

Durch die Schaffung von regionalen Traumanetzwerken durch Vernetzung von Kliniken auf regionaler Basis sollen

  • die flächendeckenden Versorgungsqualität von  Schwerverletzten durch verbesserte Kommunikation, abgestimmte Versorgungsstandards und qualitätsgestützte Kooperation verbessert werden,
  • die Effizienz durch Nutzung vorhandener Ressourcen  gesteigert werden,
  • Möglichkeiten zur interhospitalen Regelung einer aufwandsadäquaten Erlös - Aufteilung im DRG System gefunden werden und
  • ein Verbund-Systems zur  Fort- und Weiterbildung geschaffen werden.

Hierbei sind wesentliche Bestandteile eines regionalen Traumanetzwerkes

  • Definierte Kriterien zur Aufnahme eines Patienten vom Unfallort in ein Traumazentrum bzw. Einrichtung der chirurgischen Basisversorgung
  • Einführung einheitlicher personeller, struktureller und organisatorischer Voraussetzungen (z.B. Schockraumausstattung)
  • Formulierung von standardisierten Behandlungsabläufen und Verlegungskriterien für die Frühphase der Schwerverletztenversorgung auf Basis der evidenzbasierten Leitlinien der DGU (z.B. S3-Leitlinie der DGU)
  • ärztliche Qualifizierung durch verpflichtende Teilnahme an speziellen Ausbildungsprogramme (z.B. ATLS®; www.atls.de)
  • Teilnahme an internen und externen qualitätssichernden Maßnahmen und Erfassung der aktuellen Versorgungszahlen und -abläufe auf Basis des Traumaregisters der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (www.traumaregister.de) und weiterer Programme ( z.B. Evaluierung notärztlicher präklinischer Tätigkeit BAND)
  • Einrichtung von präklinischen und klinischen  Telekommunikationssystemen, die es den Rettungsdiensten und  den teilnehmenden Kliniken ermöglicht,  bereits  an der Unfallstelle oder in der Notaufnahnahme  wesentliche Befunde zu übermitteln ,um die notwendigen Konsequenzen für die Einleitung lebenserhaltender Maßnahmen ohne Zeitverzögerung ziehen zu können.

    Quelle: Homepage TRAUMADNetzwerk

Aktuell befinden sich bundesweit über 50 Netzwerke in Gründung und bereiten die Zertifizierung durch die DGU vor.

Auch in der Region Nordbayern haben sich mittlerweile 17 Kliniken zum Traumanetzwerk Nordbayern-Würzburg (TNW) zusammengeschlossen. Im Rahmen eines zweiten Initiierungstreffens am 30.11.2007 wurde der Direktor der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie der Universität Würzburg, Herr Prof. Dr. med. R. Meffert, von dem auch die Initiative zur Gründung des Netzwerkes ausging, zum Sprecher des Netzwerkes gewählt. Damit wurde er mit der Durchführung des Zertifizierungsverfahrens beauftragt. Seit 2012 ist Prof. Dr. med. R. Meffert Bundeslandmoderator für alle bayerischen Traumanetzwerke; zum aktuellen Sprecher des TNW Würzburg-Nordbayern wurde Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. W. Friedl, Klinikum Aschaffenburg, gewählt.

Am 18.11.2008 wurde dasUniversitätsklinikum Würzburg von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie  und der Fa. DIOcert GmbH als überregionales Traumazentrum im TraumaNetzwerk DGU zertifiziert; am 11.11.2011 wurde das Netzwerk erfolgreich zertifiziert. Am 05.03.2013 wurde das Universitätsklinikum Würzburg erfolgreich als überregionales Traumazentrum re-zertifiziert.

Die Teilnahme an einem Traumanetzwerk verpflichtet die beteiligten Einrichtungen 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche zur Aufnahmebereitschaft für Schwerverletzte, also zur Bereitstellung der erforderlichen strukturellen und personellen Ressourcen in  Notaufnahme und OP-Abteilung. Diese Forderung und die damit verbundenen Ausstattungskriterien bedingen in einer Vielzahl der Kliniken organisatorische Änderungen (z.B. Struktur der Bereitschaftsdienste) und Neuinvestitionen. Die Kliniken stellen sich- abhängig von der vorhandenen Infrastruktur- im Traumanetzwerk als Basisversorger, regionale oder überregionale Traumazentren dar.

Die einzelnen Anforderungen für die jeweilige Stufe finden sie hier.